Es gibt Dinge, die muss man anerkennen, es gibt aber auch Dinge, die müssen beim Namen genannt werden.

Anerkennen muss man, dass die Comets den Gästen aus Hessen in diesem Spiel nicht ansatzweise das Wasser reichen konnten. Vor allem die Pass- und Receiver-Unit der Hausherren hatte wieder einen rabenschwarzen Tag erwischt und neben vielen schlechten Pässen, 5 Interceptions und auch vielen fallen gelassenen Bällen brachte die Offense ihren anderen Mannschaftsteil, die Allgäuer Defense immer wieder in Bedrängnis.

Was man beim Namen nennen muss sind aber andere Tatsachen.

Die Frankfurter Mannschaft mit ihrem ehemaligen Allgäuer Headcoach provozierte die Hausherren bereits vor Anpfiff im Kabinengang, dies setzte sich beim Einlauf fort, den die Frankfurter bewusst störten und den Comets auf dem Feld ihren Platz streitig machten. Die Schiedsrichter hatten hier schon alle Hände voll zu tun um die Gemüter zu beruhigen und schickten mehrere Frankfurter Spieler zurück an deren Sideline. Weiter ging es im Spiel mit über 200 Yard an Strafen, die die Gäste produzierten. Der ehemalige Headcoach hatte zwar am Ende seine Genugtuung erreicht, aber schön und fair sind anders.

Manch Zuschauer kommentierte das Geschehen dann auch damit, dass man mit den in knapp zwei Jahren aufgebauten Schulden in Höhe von ca. 1,5 Millionen Euro in Frankfurt doch auch in Kempten mal schnell so ein Team hinstellen kann und dann Meister werden will. „Der Fehler liegt dann wohl aber irgendwie in der Insolvenz, in der sich die Spielbetriebsgesellschaft befindet und die bei einem Verein eben die Vorstände persönlich betreffen würde“, so ein Sponsor der Allgäuer. Der Geschäftsführer des GFL-Nordvereins Dresden Monarchs formulierte es in dieser Woche auch folgerichtig so, dass die Universe als Folge dieser Aktionen aus den Play-Offs ausgeschlossen werden muss. Es kann nicht sein, dass eine Mannschaft, die nun drei Monate von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt wurde, also von der Allgemeinheit, und in der Stadionfrage offensichtlich am Tropf der Stadt Frankfurt hängt, also wieder dem Steuerzahler, sich einen Kader leistet, den sich in ganz Deutschland kein anderer, solide wirtschaftender Verein finanzieren kann. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung besonderer Güte!

Zum Spiel. Die Frankfurter legten los wie die Feuerwehr und es war schnell klar, dass man die Comets mit ihren eigenen Waffen schlagen wollte. Kempten konnte sich gegen das Starensemble aus Frankfurt nie richtig in Szene setzen. Die Offense der Allgäuer hatte kaum Zeit sich zu entfalten und wenn dann der Pass einmal kam wurde er oft fallen gelassen oder auch mehrfach abgefangen. Die Receiver und der Spielmacher hatten ausgerechnet heute einen rabenschwarzen Tag erwischt. Im zweiten Abschnitt tauschte Stan Bedwell dann auch Justin Sottilaire gegen Calvin Stitt aus, der mit einem Mix aus Lauf- und Passspiel ein deutlich ausgewogeneres Spiel zeigte als sein Pendant in der ersten Hälfte. Zudem nahm er auch Zeit von der Uhr um den Frankfurtern insgesamt weniger Spielzeit in der Offense zu erlauben was in der ersten Hälfte zu dem katastrophalen Spielstand geführt hatte. Stitt konnte dann zwar keine Ergebniskosmetik mehr im positiven Sinn betreiben, hielt aber die Niederlage dadurch in Grenzen.

Kempten hat nun eine Pause von vier Wochen und in dieser Zeit werden das Trainerteam und die Mannschaft sicherlich einige Anpassungen vornehmen um weiterhin in den Play-Off Rängen zu bleiben. Fünf Spiele bleiben den Allgäuern nun noch um das selbst gesteckte Ziel zu erreichen. Das nächste Heimspiel findet nun am 5. August im Illerstadion gegen Marburg statt.