Fussball Startseite2019-05-30T11:42:42+02:00

Allgäu Fußball

Regeländerungen in der Fußball Bundesliga ab Juli 2019

Welche Regeländerungen gibt es für die kommende Saison 2019/2020 und wir beurteilen sie?

Pic Montage by airkid – special thx

Handspiel

Etwas für Klarheit sorgt die neue Verschärfung, dass Tore, die mit der Hand oder dem Arm erzielt werden, generell nicht gültig sind. Ab jetzt ist festgelegt, dass auch unabsichtliches Handspiel bestraft werden kann. Ein Freistoß folgt immer, sobald der Spieler dadurch Kontrolle über den Ball erlangt oder der Kontakt mit dem Arm oberhalb der Schulter passierte. 

wokesports Kommentar:

„Beim Thema Torerzielung ist das sehr gut”, glauben wir. „Für den Rest sind wir gespannt, ob und wie es durchgesetzt wird.“

Abstoß/Freistoß

Bisher musste der Ball immer erst den Strafraum verlassen, ehe er von einem Mitspieler berührt werden durfte. Jetzt dürfen Mitspieler ihn auch im Strafraum annehmen. Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Gegenspieler dürfen an den Ball, sobald dieser mit dem Fuß gespielt wurde. 

wokesports Kommentar:

„Eine gute Regeländerung, denn es macht das Spiel schneller und verschafft dem Team, das ausführt, mehr Sicherheit und Möglichkeiten“.

Freistoß

Freistöße dürfen auch dann schnell ausgeführt werden, wenn der Schiedsrichter noch eine Gelbe oder Rote Karte zeigen will. Die Verwarnung kann er bei der nächsten Spielunterbrechung nachholen, um somit eine mögliche Torchance nicht zu verhindern.

wokesports Kommentar:

Wenn eine Mannschaft einen Freistoß schnell ausführen möchte, darf sie das in Zukunft auch dann tun, wenn der Unparteiische noch eine gelbe oder rote Karte zeigen will. Diese zeigt er dem Übeltäter in der nächsten Unterbrechung. Hier sind wir skeptisch:

„Schnelles Ausführen bei gelber und roter Karte sorgt für Unmut und Verwirrung. Das ist keine gute Regeländerung. Man muss dem Schiedsrichter Zeit geben, um das Spiel zu regeln.“

Trainer

In Zukunft können auch Trainer und andere Offizielle genau wie die Spieler mit einer gelben oder roten Karte bestraft werden.

wokesports Kommentar:

„Die gelbe und rote Karte für Trainer finden wir ebenfalls sehr gut. Das sorgt für mehr Disziplin für Trainer und Spieler auf der Bank.“

Auswechslung

Um Zeitspiel zu verhindern, muss der ausgewechselte Spieler das Feld an der nächstmöglichen Linie verlassen. Das Abklatschen mit dem Einwechselspieler in Höhe der Mittellinie wird damit seltener.

wokesports Kommentar:

“Wir finden es gut, dass der Spieler, wo auch immer, den Platz verlassen muss. Es macht das Spiel schneller und die Spieler können keine Zeit mehr schinden.“ 

Münzwurf

Der Gewinner des Münzwurfs darf nun zwischen Seitenwahl und Anstoß wählen.

wokesports Kommentar:

Diese neue Regel spielt „keine große Rolle“.

Mauer

In Zukunft wird es hier weniger Gerangel geben, denn in der Mauer dürfen sich jetzt nur noch Spieler der verteidigenden Mannschaft befinden. Erst wenn sich mehr als drei Mann aufreihen, dürfen die Angreifer dazu. Andernfalls gilt ein Mindestabstand von einem Meter.

wokesports Kommentar:

„Eine Option ist, jetzt nur noch drei Spieler in die Mauer zu stellen, um eine bessere Sicht zu haben. Das ist eine sehr interessante Regeländerung. Wir sind sehr gespannt, wie es umgesetzt wird.“

Schiedsrichter

Der Schiedsrichter ist künftig nicht mehr “Luft”. Bislang lief die Partie einfach weiter, wenn der Unparteiische vom Ball getroffen wurde. Fortan gilt: Wird er angeschossen und ändert damit die Spielrichtung beziehungsweise den Ballbesitz oder geht der Ball dadurch sogar ins Tor, gibt es Schiedsrichter-Ball.

wokesports Kommentar:

Für uns eine Entscheidung, die „sehr gut“ ist. Es sei ja durchaus vorgekommen, dass „er so maßgeblich auch mal ein Spiel beeinflussen kann“. Natürlich unfreiwillig. Aber selbst dieser Fall ist jetzt ausgeschlossen.

Strafstoß

Der Torhüter muss beim Strafstoß künftig nur noch mit einem Fuß auf Höhe der Torlinie stehen, nicht mehr mit beiden Füßen.

wokesports Kommentar:

Als „Schwachsinn“ bezeichnen wir dagegen diese Regel. Während der Torhüter beim Strafstoß bis jetzt mit den Fußspitzen auf der Torlinie stehen musste, muss sich künftig nur noch ein Teil seines Fußes auf oder über der Linie befinden.

Facts & Statements zum heiss diskutierten Fußball Videobeweis

Was spricht dafür, was dagegen und was meinen unsere Allgäuer Fußball Experten dazu?

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Bernd Kunze, FC Memmingen – Bild: Olaf Schulze

Bernd Kunze (FC Memmingen): sportliche Leitung / Koordinator RL

„Grundsätzlich ist der Fußball durch den Videobeweis sicherlich gerechter. Es werden Dinge erkannt, die ansonsten nicht auffallen und sich auch niemand beschwert. Andererseits bringt es natürlich Unterbrechungen und zum Teil Unverständnis, vor Allem für die Fans im Stadion. Des Weiteren ist es eben dann so das cm entscheiden, aber wenn man die Technik hat muss der Schiedsrichter auch so entscheiden. Ansonsten macht es keinen Sinn.

In Summe hat alles Pro und Kontras.

Die Art und Weise wie es umgesetzt wird finde ich nicht gut, da zum Teil Aktionen einfließen, die zwei Minuten vorher passiert sind. Bei der WM war dies besser und viel seltener.“

Jochen Moor, FC Kempten 

Jochen Moor, FC Kempten (sportliche Leitung)

„Grundsätzlich war ich ein Befürworter vom Videobeweis, weil ich dachte, dass die spielentscheidenden Situationen nochmals nachgeschaut werden können und sich dadurch das Spiel zu einem faireren Ausgang hin entscheiden lässt. Doch jetzt, da viele Entscheidungen nach Videobeweis trotzdem noch strittig sind, stellt man sich schon die Frage, wer sich das Spiel im Kämmerchen eigentlich anschaut.

Deshalb bin ich eher dafür, dass man den Fußball so einfach wie möglich, bei den Schiedsrichtern und Linienrichtern, belässt. Vielleicht muss man im Sport auch einfach lernen mit Fehlentscheidungen umzugehen und die Gesellschaft diese auch akzeptieren sollte.“

Andreas Maier, FC Oberstdorf – Bild: Dieter Greif

Andreas Maier (Spielertrainer und langjähriger Spieler beim 1. FC Sonthofen)

„Meiner Meinung nach gehört bis auf die Torlinientechnologie alles komplett wieder abgeschafft. Ich war schon vor der Einführung des Videobeweises ein großer Gegner, jetzt nach den ersten Erfahrungen bin ich es noch viel mehr.

Der Fußball, immerhin Volkssport Nummer 1 auf der Welt, lebt von seinen Emotionen und Diskussionen. Hierzu gehören auch strittige Entscheidungen der Unparteiischen. Wir erleben derzeit doch eine völlige Entfremdung der Basis, sprich Fußballfans, mit diesem wunderbaren Sport. Die Schiedsrichter sind ausnahmslos verunsichert und treffen keine eigenen Entscheidungen mehr. Und dann kommt erschwerend dazu, dass die Videoassistenten einen für mich katastrophalen Job machen. Auch die teilweise unverhältnismäßig lange Entscheidungsdauer ist in seiner heutigen Form absolut nicht tolerierbar.“

Julian Methfessel, VfB Durach 

Julian Methfessel, VfB Durach (aktiver Spieler und Landesliga Aufsteiger)

Wie findest du, als aktiver Fußballspieler den Videobeweis?

„Nicht so gut, da es viele Unterbrechungen beim Spiel verursacht.“

Denkst Du, dass es bei Euren Spielen, jetzt wo ihr in die Landesliga aufsteigt, es auch mal den Videobeweis geben wird?

„Nein ich denke eher nicht, da die Technik viel zu aufwendig und zusätzlich auch noch sehr teuer ist.“

Was spricht dafür, was dagegen?

Der Videobeweis beim Fußball ist ein stark umstrittenes Thema; bisher ist klar abgestimmt, wann der VAR („Video Assistent Referee“) eingreifen kann:

  • bei Torentscheidungen
  • roten Karten
  • Bestrafungen des falschen Spielers
  • Elfmeter

Einige Fans wünschen sich jedoch eine noch weitreichendere Kompetenz und mehr Informationen, was vor sich geht, denn bislang sehen sie nur das Zeichen des Schiedsrichters für den Videobeweis und müssen dann warten, wie der Schiedsrichter, nach Ansehen der Bilder, entscheidet. Das gilt vor allem für Zuschauer im Stadion. Laut dem DFL-Direktor Ansgar Schwenken sollen aber in Zukunft „Situation“, „Überprüfung“ und „Entscheidung“ auf den Leinwänden in Stadien eingeblendet werden.

Daten

Laut der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat es in der Hinrunde der 1. Bundesliga in 153 Spielen 56 Interventionen durch den Video-Assistenten aus Köln gegeben. Insgesamt seien durch den Video-Assistenten 40 Fehlentscheidungen verhindert worden. Die Zahl der Fouls ist gesunken (von 260 in der vergangenen Saison auf 203 in dieser), ebenso wie die Zahl der Gelben Karten (von 313 auf 245).

Die Dauer der Entscheidung in Zusammenarbeit mit dem Video-Assistenten habe im Durchschnitt 60 Sekunden gedauert. 44 Sekunden seien es bei Entscheidungen im reinen Funkverkehr gewesen (43 % der Fälle), 72 Sekunden bei Überprüfungen durch den Schiedsrichter am Monitor (57 %). Dennoch hat sich die effektive Spielzeit im Vergleich zur Vorsaison nur um 0,02 Prozent verringert.

Pro & Contra des Videobeweises

Pro

In den vergangenen Jahren gab es immer häufiger Anspielungen gegen Schiedsrichter, wenn diese vermeintlich falsche Entscheidungen getroffen haben. Noch heute wird über legendäre (Nicht)-Tore aus der Fußballhistorie gesprochen. Die Eingriffe durch den VAR werden transparenter, wenn strittige Szenen auf Video wiederholt und damit aufgeklärt werden können, wer für ein Foul verantwortlich ist oder ob ein Stürmer im Abseits stand.  Durch die kalibrierte Abseitslinie z. B. ist es einfacher, die schwer zu beurteilenden Situationen zu erkennen und die 3-D-Variante der Abseitslinie kann bei besonders knappen Entscheidungen helfen.

Contra

Der Video-Assistent hat einen neuen Ermessensspielraum geschaffen. Viele verstehen kaum, wann und warum der Video-Assistent eingreift oder es bleiben lässt. Ob eine „klare, offensichtliche Fehlentscheidung“ vorliegt, bleibt im Zweifel häufig Auslegungssache, die Kategorie ist schwammig.

Zudem raubt der Videobeweis dem Zuschauer den ultimativen Jubel nach dem Tor, er zieht Dinge oft nervig in die Länge und entfremdet das Spiel der Profis weiter von der Basis.

Der „Video Assistent Referee“ (VAR) ist seit dem Frühjahr 2018 fester Bestandteil des Regelwerks, nun sind wohl höchstens Nachbesserungen vorstellbar. Die Zuschauer müssen sich zwangsläufig an den Videobeweis gewöhnen und ein Gefühl für die Eingriffsschwelle bekommen. Ohnehin verzichten nur noch wenige wichtige Profi-Wettbewerbe auf den Videobeweis.

Unterschiede zu anderen Ländern

In Italien sitzt der Videoassistent im Stadion wo live gespielt wird und hat keinen Hauptsitz, wie Deutschland in Köln.

Kommende Saison 2019/2020 soll in Spanien der Videobeweis im spanischen Pokal sowie in der zweiten Spanischen Liga eingeführt werden.

Die englische Premier League führt nun doch als letzte der fünf europäischen Top-Ligen den Videobeweis ab der Saison 2019/2020 ein.

Profi Fußball

Archiv – Fußball WM 2018 in Russland

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